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    Yabusame (Bogenschießen vom Pferd aus) am Shimogamo-Schrein (03.05.)

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    Impressionen Kirschblüten 2012 in Kyoto

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    Reise in den Norden von Kyushu: Einleitung

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    Handwerk in Kyoto: Kaikado, Dosen zur Aufbewahrung

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    Handwerk in Kyoto: Tsujiwa Kanaami, Küchenartikel aus Drahtnetz

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    Reise nach Nagoya, Tag 2, Teil 1: Die Töpferstadt Tokoname (20.02.2012)

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Hügeleroberung: Hieizan 比叡山 und Enryakuji 延暦寺 26.09.

Der Hieizan, Kyotos größter Hügel *hust* … Berg mit 848 Meter gehört eigentlich auch immer mit zum Pflichtprogramm des ernsthaften Kyoto-Besuchenden. Historisch ist er berühmt, weil der Enryakuji (liegt auf dem Hieizan) vom Daimyo (Kriegsherr) Oda Nobunaga abgefackelt wurde. Die toten Kampfmönche waren dabei wohl weniger das Problem – man hat Oda eher das Niederbrennen der Bibliothek übel genommen.

Vom Kyoto-Bahnhof aus ging es für schlappe 320 Yen zum Bahnhof Hieizan-Sakamoto (比叡山坂本), was auch nur etwa 20 Minuten dauerte. Es gibt zwei Wege, den Hieizan zu erklimmen: Klassisch per Fuß oder modern per Seilbahn. Per Fuß dauert das auch seine vier bis fünf Stunden, per Bahn gerade mal 15 Minuten – dafür auch zum stolzen Preis von 840 Yen pro Fahrt. Wir haben uns für die Bahn rauf und zu Fuß runter entschieden.

Aber egal wie man sich entscheidet – man muss erstmal durch Sakamoto, und die Straße vom Bahnhof zur Seilbahn / Wanderweg ist von kleinen Minitempeln und
-schreinen nur so gepflastert:

Oben auf dem Hieizan konnte man dann erstmal die schöne Aussicht genießen:

Beeindruckend war auch die Haupthalle des Enryakuji. Zuerst sieht man sie durch die Bäume hindurch, was meiner Meinung nach einen starken Eindruck hinterlässt:

Zum schönsten Gebäude kürte ich dann ein relativ unauffälliges, von den Besucher auch wenig beachtetes Gebäude:

Beim Abstieg gibt es dann mehrere Pfade. Wir haben uns für einen Trekkingpfad direkt bei der Seilbahn entschieden, da man mit diesem Weg laut einem Bahnangestellten nur eine Stunde für den Abstieg gebraucht. Von wegen. Abgesehen von den zwei Stunden, die wir dann gebraucht haben, enstsprach dieser Weg bestimmt auch keinen Sicherheitskriterien – ab der Hälfte des Weges wurde es nochmal härter, denn dort fing das Reich der Spinnen an, gleichzeitig wurde es dunkler, da der Wald dichter wurde. Zwischen den Ästen, über dem Weg spannten sich teils riesige Spinnennetze. Unnötig zu sagen, dass diese von großen, knallgrünen und -gelben Spinnen gebaut wurden. War natürlich ein Spaß, als 1,90m großer Ausländer da runterzulaufen – die Netze fingen fingen wohl gerne bei 1,80m Höhe an. Achtet man auf den gefährlichen, abschüßigen Boden oder auf die Spinnennetze? Kompromiss: wie Quasimodo (Der Glöckner von Notre Dame) laufen.

Ein Bild von der oberen Hälfte, als wir noch Spaß hatten:

Bevor das Spinnenreich anfing, konnten wir noch das Grab eines Dichters der Heian-Zeit anschauen:

Am Ende kam dann das nächste “Wäääh?!”. Der Weg wurde immer undeutlicher und wir landeten (nach einer “Ab durch die Büsche!”-Aktion) genau neben einem Baseballfeld einer Schule. Keine Ahnung ob das wirklich der normale Weg war. Ein Freund sagte mir, er habe denselben Weg genommen, wäre aber in einem privaten Garten rausgekommen und musste sich zur Straße schleichen.

Das, liebes Tagebuch, war meine schöne Hieizan-Erfahrung.

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Nara und seine weißen Haie…äh Rehe

Wenn man in Kyoto befindet, ist Nara (奈良) immer eine Reise wert. Nicht nur wegen seine Geschichte und den historischen Gebäuden, und dem diesjährigen 1300 jährigen Jubiläum, sondern auch wegen seiner frei rumlaufenden Rehe. Ich hatte schon darüber berichtet.

Vor dem Todaiji (東大寺) kann man immer wieder bestens beobachten, dass was für uns der weiße Hai ist, für Japaner (meistens weiblich) wohl das Reh ist. So sieht man immer wieder kreischende Schülerin auf der Flucht vor zu vielen Rehen. Man kann dort überall Futter für die Rehe kaufen (鹿せんべい) und da die Rehe richtig darauf abfahren, ist das meistens auch die eigene Schuld. Die Rehe können zwar beißen und ordentlich boxen, aber die Panireaktionen rechtfertigt das noch lange nicht. Nur die alten Böcke können ziemlich unwirsch und aufdringlich sein (ich könnte gerade genauso gut von alten Japanern reden, tehehehehehe…).

Panik!

Die fipsigen Rehlaute:

Ach ja, dank dem Jubiläum hat Nara derzeit auch ein besonderes Maskottchen:

Sentokun!

Über die Ästhetik kann man streiten…

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Reise nach Ise 伊勢 16.09. bis 18.09.

Vom 16. September bis zum 18. September haben wir Ise besucht, hautpsächlich wegen dem Ise-Schrein (伊勢神宮), dem wichtigsten Schrein im Shinto.

Vom Bahnhof Kyoto aus ging es mit dem Kintetsu Kashihara Schnellzug (近鉄橿原線急行) bis nach Yamato Yagi (大和八木), dort sind wir in den Kintetsu Osaka Schnellzug (近鉄大阪線急行) umgestiegen. Mit dem ging es dann bis nach Ise (伊勢市), wo wir dann nochmal umgestiegen sind und bis zum Bahnhof Futaminora (二見浦) gefahren sind. Bis Ise kostet es 1960 Yen (günstigste Variante), von Ise nach Futaminora nochmal 200 Yen. Das Ganze hat dann etwas über drei Stunden gedauert.
Auf dieser Route fährt man zwischen Osaka und Ise durch eine hügelige Waldlandschaft, die richtig toll aussah. Wenn es trotzdem langweilig wird, kann man sich über die nicht vorhandene Handy-Internetverbindung ärgern.
Alternativ kann man auch mit dem Kintetsu Expresszug (近鉄特急) fahren: man spart eine Stunde und umsteigen muss man auch nicht – kostet aber 1500 Yen mehr.

Gleich am Bahnhof von Ise ist mir aufgefallen, wie ländlich Ise eigentlich ist. Ich habe zwar keine Großsstadt erwartet, aber Ise war dann doch mehr Dorf als ich erwartet habe – trotz dem wichtigstens Schrein des Landes. Zu dem Stadtteil Futamicho (二見町), in dem unser Hotel lag, fuhr ein Zug mit nur zwei kleinen Waggons – seit Hokkaido weiß ich, dass dies ein gutes Indiz für ländliche Gegenden ist (ok, wie überall auf der Welt). Der Bahnhof in Futami hatte dann nicht mal mehr die typischen Ticketschluckmaschinen (改札), seitdem bin ich stolzer Langzeitbesitzer eines Zugtickets mit 1960 Yen, Abfahrtsort Kyoto.

Da Futami nicht wirklich groß ist, haben wir unser Gasthaus auch schnell gefunden – das Maruya. Ein typisch japanisches Gasthaus. Ganz angenehm war, dass man so gut wie nichts vom Personal mitbekommen hat – von den anderen Gästen auch irgendwie kaum etwas. Ich hatte das Gefühl, dass wir das ganze Gasthaus für uns alleine hatten. Das Beste am Gasthaus war aber der Onsen (温泉). Der Onsen war kein frei zugänglicher Onsen, sondern man konnte ihn für eine gewisse Zeit lang reservieren und privat nutzen. Der Onsen war zwar nicht groß, aber das war auch absolut nicht wichtig, wie man hier sehen kann:

Da wir am 16. September erst um 14 Uhr losgefahren sind, kamen wir erst Abends an. Neben einer ausgiebigen Onsen-Session war also nichts mehr drin.

Am 17. September haben wir uns dann den ersten Teil vom Ise-Schrein angesehen. Der Schrein ist in zwei Teile gegliedert: dem äußeren Schrein Geku (外宮) und dem inneren Schrein Naiku (内宮). Vom Namen darf man sich aber nicht täuschen lassen, diese zwei Schreine sind sechs Kilometer voneinander entfernt. Vom Bahnhof Ise sind wir dann mit dem Bus zum Naiku gefahren, wo die oberste Göttin Amaterasu Omikami (天照大神) angebetet wird. Auch eines der drei Throninsignien – der Spiegel – soll sich hier befinden. Die Torii und die Brücken haben sehr neu gewirkt, was daran liegt, dass diese alle 20 Jahre neu gebaut werden – auch die Schreingebäude. Dieser Neubau kann aber auch ziemlich desillusionierend sein. Warum? Manchmal sieht man an den Brücken oder Gebäuden andersfarbige, meist rechteckige Bereiche. Eine der Brücken muss wohl gerade erst gebaut worden sein, zumindest habe ich einen Schreiner gesehen, der gerade dabei, diese Bereiche zu “färben” – mit einem Aufkleber. Hätte nur noch nur “Made in China” gefehlt ;)

Beeindruckend war auch der Fluß Isuzu (五十鈴川), der durch den Naiku fließt. Schönes klares Wasser, sieht man selten so.

Vom Gebäude, in dem Amaterasu haust, kann man normal nur das Dach sehen – wenn man das sehen kann, ist man aber schon im “Kein Foto!”-Bereich. Da das Schild aber ziemlich versteckt war, konnte ich zumindest noch ein Bild vom vordersten Gebäude des Kotaijingu Shogu (皇大神宮正宮, Hauptheiligtum) machen:


Allerdings hatte ich in dem Moment auch noch keine Ahnung, dass dies Teil des Kotaijingu Shogu war – bis mich dann ein Wächter angefallen hat…

Nach dem Naiku haben wir uns noch das berühmte Oharaimachi-Viertel (おはらい町) angeschaut, dass direkt vor dem Naiku ist und im Prinzip eine sehr lange Straße mit traditionellen Geschäften ist. Inklusive Okage Yoko Cho (おかげ横町).

Dort habe ich mir dann auch folgende zwei Erzeugnisse japanischer Reisweinproduktion gekauft:

Zurück zum Bahnhof, zurück zum Gasthaus, ab in den Onsen.

Am 18. September sind wir gegen 10 Uhr dann zum Okitama-Schrein (興玉神社) in Futami selbst gegangen. Berühmter als der Schrein selber sind wohl die zwei Felsen im Meer, die mit einem Seil miteinander verbunden sind, die Meotoiwa (夫婦岩, “Mann und Frau”-Fels). Die beste Zeit, die Felsen zu besichtigen, scheint wohl im Sommer bei Sonnenaufgang zu sein, wenn die Flut da ist und die Sonne gerade aufgeht. Bei Ebbe sind die zwei Felsen nicht vom Wasser getrennt und sehen weniger imposant aus – was um 10 Uhr fast schon der Fall war.

Anschließend ging es dann wieder zum Ise-Bahnhof und von dort aus nur 500 Meter weiter zum zweiten Teil es Ise-Schreins, dem Geku. Kurz vor dem Geku ist übrigens das Ise-Touristenbüro, in dem man sogar deutschsprachige Infomaterialien bekommt. Der Geku war dem Naiku dann auch relativ ähnlich, abzüglich Fluss, Hühner, dafür mit heiliger Küche, die wir aber irgendwie nicht gefunden haben.

Dann ging es auch schon wieder zurück nach Kyoto.

Siehe auch Panorama-Bilder!

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Kendo Kansai-Team-Meisterschaft der Universitäten 2010

Am 12. September fand dieses Jahr die wichtigste Meisterschaft für die Studenten der Kansai-Region statt:

Die Team-Meisterschaft

関西学生剣道優勝大会

Nur die offiziellen Clubs der Universitäten (体育会) dürfen an dieser Meisterschaft teilnehmen, das durchschnittliche Niveau ist also ziemlich ordentlich. Stattgefunden hat das Turnier in der Hauptsporthalle von Osaka (大阪市立中央体育館), die wirklich große Ähnlichkeiten zu einem militärischen Bunker hat. Als Besucher aus einem bezüglich Kendo unterentwickelten Land war es mal wieder sehr angenehm, dass je näher man der Halle kam, desto mehr Leute liefen in Kendo-Kleidung draußen herum.

In den Kämpfen ging es dann auch richtig zur Sache. Auffälligster Unterschied zum deutschen Kendo ist die Dynamik. Das Teilnehmerfeld ist zwar sehr jung (maximal wohl 23 Jahre alt), aber meistens stecken da schon viele Jahre Erfahrung dahinter – zum Teil 10 bis 13 Jahre. Die Geschwindigkeit, die Spannung, die Kampfeslust – hat einfach Spaß gemacht, die Kämpfe anzuschauen.

Die Halle von außen

In der Halle

Spannender als weitere Bilder sind aber sicherlich die Videos, die ich aufgenommen habe:

Weitere Videos: #1#2#4

Doshisha vs. Ritsumeikan

同志社大学対立命館大学

Als ehemaliger Doshisha-Student war natürlich das Viertelfinale besonders interessant: die Doshisha gegen die Ritsumeikan. Die Kendo-Clubs der Doshisha und Ritsumeikan sind Erzrivalen, wobei die Doshisha bisher immer den Kürzeren gezogen hat – so leider auch diesmal, relativ deutlich sogar.

Was Jikuhara von der Doshisha als Vize-Kapitän aber zeigte, war sehr genial (erster Kampf Video #3) – einen erfolgreichen Tsuki-Punkt gegen einen knieenden Gegner sieht man nur selten (Video #3 – ab 1:29). Leider hat es aber auch hier nur zu einem Unentschieden gereicht.

Doshisha (weiß) vs. Ritsumeikan (rot): #1#2#3

Die Ritsumeikan wurde dann auch Meister.

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Yogen-in 養源院 und Chishaku-in 智積院 10.09.

Yogen-in 養源院

Der Yogenin liegt direkt an der Ostseite vom Sanjusangendo und  besteht eigentlich nur aus einem Gebäude. Die Sehenswürdigkeit des Yogenin besteht aus Bildern, die an die Wände gezeichnet wurden und diese sind gar nicht mal so langweilig. Neben einem göttlichen Hund (oder wie man das nennen kann) bleiben vor allem die zwei extrem grimmig dreinschauenden Elefanten im Gedächtnis haften. Interessant sind auch noch ein paar Hintergrundinformationen – zum Beispiel bemerkt man vielleicht, dass der Boden ziemlich laute Geräusche macht, was eine Abwehr gegen Ninjas darstellt. Oder dass die benutzten Farben der Bilder teilweise in mit Blut vermischt waren, da man dies während den kriegerischen Zeiten nicht immer säuberlich trennen konnte (wobei ich mich hier nochmal erkundigen muss).

Die Führung durch das Gebäude besteht darin, dass man in den jeweiligen Raum geleitet wird und ein uraltes Abspielgerät eingeschaltet wird, aus dem dann die Informationen ratern. Da alles aber auf japanisch war, kann ich den Yogenin nur bedingt ohne gute Sprachkenntnisse empfehlen. Schön ist aber, dass man mit dem Eintritt eine Postkarte mit dem himmlischen Hund bekommen.

Fotos machen war leider nicht erlaubt und heimlich auch nicht möglich, daher nur wenige Bilder vom Außenbereich:

Chishaku-in 智積院

Wesentlich interessanter war dann der Chishakuin – es gab einfach mehr zu sehen. Zuerst ging es in ein Gebäude mit Zeichnungen an Schiebetüren, die von einem berühmten Maler und dessen Sohn gemalt worden sind. Anschließend konnte man noch in einen weiteren Tempelbereich, in dem man den Garten, einen kleinen Steingarten und im (wirklich großen) Gebäude weitere Zeichnungen an den Schiebetüren bewundern konnte.

Siehe auch Panorama-Bilder!

Der Garten an sich war wirklich schön, ich habe auch nichts gegen trübes Gewässer – aber zumindest bei mir hört es mit der Ästhetik auf, wenn sich auf dem Wasser ein schmieriger Film befindet. Trotzdem konnte man den Garten sehr gut genießen.

Ein Video ist dabei auch entstanden, auch wenn der Hauptdarsteller (mal wieder) eine Schildkröte ist. Den Garten sieht man in den letzten 30 Sekunden.

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Suzumushi 鈴虫

Nach meiner leidvolleren Begegnung mit der japanischen Insektenwelt möchte ich nun eine schönere Seite vorstellen: die Suzumushi, oder Glöckchenzikaden.

Von der Großmutter meiner Freundin habe ich vor kurzem ein kleines Terrarium voller Suzumushi geschenkt bekommen. Diese kleinen Tierchen sind in Japan wegen ihres Gesangs sehr beliebt. Suzumushi sind aber nachtaktiv, was nicht immer von Vorteil ist.

Da diese kleinen Insekten ganz schön laut sein können,übernachten die Suzumushi bei mir inzwischen im Bad, damit der Gesang ein schönes Hintergrundgeräusch bleibt. Tagsüber dürfen sie auf meinem Schreibtisch vor sich hinzirpen.

Hin und wieder eine frische Aubergine und Wasser und die Suzumushi sind glücklich.

Terrarium

Fotoshooting

Und noch Videos, damit man auch den Gesang genießen kann:

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Kabuki: Yoshitsune Senbon Sakura

Seit dem 2. September (bis zum 27. September) wird im Kabuki-Theater Minamiza (南座) das Stück “Yoshitsune Senbon Sakura” (義経千本桜, “Yoshitsune und die Tausend Kirschblüten) vorgeführt. Yoshitsune Senbon Sakura gilt als eines der drei Meisterwerke des Kabuki (歌舞伎) und entsprechend groß war dann auch der Ansturm auf die Karten. Wir haben zum Glück noch Karten direkt am ersten Tag für die zweite Hälfte des Stücks (ab Akt 3) bekommen. Die erste Hälfte wird vormittags gespielt.

In dem Stück, welches nach dem Genpei-Krieg handelt, geht es um Yoshitsune, der Jagd auf drei Generäle der Taira macht. Gleichzeitig wird er von Häschern seines Bruders Yoritomo verfolgt, der inzwischen Shogun ist und dank intriganten Höflingen kein Vertrauen mehr zu Yoshitsune hat.
Historisch ist das Werk nicht ganz korrekt, denn die drei Generäle sind am Ende des Krieges mit einem Schiff abgesoffen.

Dank des Begleithefts habe ich auch die Handlung verstanden. Die Plätze, die wir hatten, waren ganz hinten, somit waren die Stimmen nicht ganz so leicht zu verstehen. Die Handlung stand im Begleitheft auch in Englisch. Insgesamt war das Stück sehr interessant und die Kostüme natürlich fantastisch – auch wenn das Fuchskostüm etwas seltsam war. “Wow”-Erlebnisse gab es natürlich auch, als zum Beispiel der Fuchs, in Gestalt eines Menschens, plötzlich durch den Boden fiel und Milisekunden später in Fuchsgestalt wieder zum Vorschein kam. Auch der Abschied des Fuchses in einer Szene war ein Highlight, an Drahtseilen wurde er “weggeflogen” – unter Einsatz vieler Kirschblüten.

Überrascht hat mich, dass Zuschauer teilweise die Darsteller anfeuerten. Die Familien der wichtigen Darsteller hatten einen eigenen Künstlernamen, die alle auf -ya (屋) endeten. Bei wichtigen Szenen hörte man dann Anfeuerungsrufe wie “Matsushimaya!” (松島屋). Diese Rufe trugen sehr zur Atmosphäre bei, da sie immer in einem tiefen, starken Ton gerufen wurden.

Bilder durfte ich natürlich nicht machen und wäre auch zu riskant gewesen, daher kann ich leider nur zwei Bilder aus dem Begleitheft präsentieren:

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Pers(önliches, Vers)chiedenes 2010#2

So, Halbzeit. Ich habe nur noch knapp einen Monat in Japan. Zeit für eine neue Runde von Perschiedenes!

In letzter Zeit haben wir stark von Sightseeing auf Freizeit umgestellt, also jede Menge tsurezure 徒然. Dabei haben wir fleißig Tee-Cafés besucht, mehrere Runden Billiard im RoundOne und allgemein die Kawaramachi-Straße unsicher gemacht.

Iemon-Café

Mein Lieblings-Tee-Café ist bisher der Iemon-Salon. Neben ein paar neuen Bildern habe ich mir auch nun endlich das Iemon-Salon-Geschirrset gegönnt mit insgesamt zwei Teetassen (湯のみ). Der Namen des Sets wird mit einem Kanji geschrieben, was jetzt zu meinen Favoriten gehört: shizuku 雫.

Iemon, am Tresen

Iemon-Set Shizuku
Kyusu (Kännchen), zwei Oyunomi (Tassen) und Abkühlbehälter für Wasser

Zu pink…

In der westlichen Nebenstraße der Shinkyôgoku (新京極) habe ich das wohl vermutlich hässlichste Gebäude Kyotos entdeckt. Irgendein Kleidergeschäft. Was die Sache noch witziger macht: genau daneben ist das Ninja-Café! Leider nicht auf dem Bild zu sehen…

Unerwünschte Begegnungen

Man hört ja immer mal wieder von Rieseninsekten in Japan. Diese dann im eigenen Zimmer zu finden ist weniger reizend. So erging es auch mir, als ich unschuldig im Bett lag und plötzlich einen halben Meter neben mir eine Spinne von erheblichen Ausmaß sah – und ziemlich gefährlich aussah, man weiß in Japan ja nie ob sowas giftig ist. Die Größe entsprach etwa einer ausgestreckten Hand und die Füße waren mehr als Streichholzdick. Um Nerven zu schonen, verzichte ich auf eine direktes Bild hier, sondern verlinke nur. Wer mutig genug ist, bitteschön: Tote Spinne.

Dass es in Japan auch richtig tolle Insekten gibt, beweisen die Suzumushi (鈴虫), auf Deutsch Glöckchenzikaden. Ein Terrarium voll habe ich von der Großmutter meiner Freundin bekommen, die Suzumushi züchtet. Mehr dazu schreibe ich aber in einem separaten Artikel.

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Kenninji 建仁寺 01.09.

Am 01. September ging es zum Kenninji-Tempel, dem ältesten Tempel Kyotos und gerade mal etwa 200 Meter von meiner jetzigen Wohnung entfernt. Ich muss sagen: Warum bin ich Depp nicht schon früher hin? Der Tempel ist spitze und könnte sogar den Shorenin (青蓮院) als meinen Lieblingstempel ablösen.

Kenninji hat zwei große Vorteile: Kenninji ist touristisch nicht überlaufen und hat gleichzeitig sehr viel zu bieten. Drachen, einen Dragonball, Götter, Gärten, ein Teehaus, Steingärten, Daruma und einen fetten, gemeinen Hasen. Als Besucher freue ich mich natürlich, dass ich den Tempel relativ in Ruhe genießen kann, aber irgendwie ärgert man sich deswegen auch ein wenig, wenn etwas so großartiges auf diese “unterbewertet” wird. Vor allem wenn man an die Touristenströme in den Kinkakuji oder oder Ryoanji denkt, die beide meiner Meinung nach ziemlich überbewertet sind.

Eisai

Eisai

Kenninji wurde im Jahre 1202  vom Zen-Meister Eisai gegründet. Der Name kommt von der damaligen Ärabezeichnung, der Kennin-Ära.

Eisai ist in Japan als “Vater des Tees” und als Begründer der Teezeremonie bekannt, da er aus China Teesamen mitbrachte und die Verbreitung von Tee als Medizin förderte (siehe Geschichte Chado). Deswegen hängt auch das eine oder andere Bild von Eisai in den Räumen des Tempels und man kann sich auch Tee kaufen oder gleich trinken.

2002 war das 800-jährige Jubiläum des Tempels. Zur Feier wurde die Decke der großem Bhudda-Halle bemalt. Seitdem darf man dort zwei große Drachen bewundern, einer davon hat sogar einen Dragonball (einen weiteren findet man im Tofukuji).

Wie schön die Gärten sein können, hier ein Beispiel:

Sogar ein schönes Beispiel für Komorebi hat sich ergeben:

Und der fette, gemeine Hase:

Zum Abschluss noch ein Video:

Offizielle Webseite Kenninji

Siehe auch Panorama-Bilder!

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Jetzt mit mehr Schweiß: endlich wieder Kendo-Training in Japan

Die Off-Season (オフシーズン!!) ist vorbei, somit gab es gestern endlich das erste Training im Kenrenkai (剣練会) – und das am Feuertag (火曜日)!

Kenrenkai ist der Kendo-Zirkel der Doshisha-Universität (同志社大学) in Kyoto. Bei meinem halben Jahr in Japan 2009 war ich dort Mitglied, jetzt musste ich natürlich auch hin. Leider findet das Training zur Zeit nur in Kyotonabe (京田辺) statt, was ziemlich weit südlich von Kyoto ist.

Erstaunlich viele haben sich an mich erinnert – als ich die “spezielle Treppe” für die Viertjahresstudenten herunterkam, wurde ich dort von den bereits anwesenden Erst- und Zweitjahresstudenten mit lauten “お久しぶりです” (~Lange nicht mehr gesehen!) begrüßt. Insgesamt waren etwa 15 Leute im Training, was relativ wenig ist. Im Moment ist aber nur freiwilliges Training, das offizielle Training beginnt erst wieder Ende  September. Es war leider kein einziger Viertjahresstudent anwesend. Inzwischen bin ich Master-Student (ok, fast), daher bin ich in Japan an der Universität daigakuinsei (大学院生)  und damit quasi intai (引退) bzw. OB (Old Boy). Das  hieß dann mal wieder übersetzt: der Ranghöchste.

Training bei 37° Grad ist natürlich nicht ohne. Das Training fing mit kurzen Aufwärmen und Übungsschlägen an, gleich im Anschluss gab es bereits die erste Pause (fünf Minuten). Der Wasserspender war natürlich in jeder Pause heiß begehrt. In Rüstung wurden dann die Grundschläge absolviert, danach durfte man dem Partner sagen, was man machen wollte. Nach nicht mehr als 30 Minuten dann eine weitere Pause (ca. 10 Minuten), bevor es dann mit Ji-Geiko weiterging.

Zum ersten Mal hatte ich eine eigene Schlange, bei der sich die Leute anstellten – ok, nicht viele und auch nur Erst- und Zweitjahresstudenten. Und vermutlich aufgrund einer Mischung aus “Der ist daigakuinsei, der muss gut sein!” und “Kenne ich nicht”. Als erstes schnappte ich mir aber eine Freundin für ein Ji-Geiko und Ippon Shobu und gewann sogar. Dann arbeitete ich die Schlange ab, bei der ich aber nicht besonders gut aussah. An das schnelle Tempo in Japan muss ich mich erst wieder gewöhnen. Ich hatte auch zwei Monate lang kein Training, daher war ich nicht in Hochform. Ich war zwar kein leichtes Opfer, aber in dem Zustand auch absolut kein Favorit. Ich hoffe, ich komme schnell wieder in Form – muss weniger Okonomiyaki essen ;-) Zum Abschluss suchte ich mir noch selber ein paar Leute raus und habs dann gut sein lassen. Bilanz: einmal gewonnen, dreimal verloren.

Meine bisherigen Kendo-Erfahrungen in Japan habe ich auf diesen Blog veröffentlicht – aus Bequemlichkeit mache ich das aber nun hier.

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